100% Natur, Allgemein, Seife
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Ich wollte es wissen …

… ob ich eine reine Olivenöseife zum schäumen bringe.

Die „Königin aller Seifen“ die reine Olivenölseife hat mich nie begeistert.
Ich brauch Schaum.
Am besten viel und üppig.
Olivenölseife (egal welche Tricks ich angewendet hab) konnte ich bisher keinen Schaum entlocken. Noch nichtmal nach jahrelanger Lagerungszeit.
Maximal hab ich Schleim produziert.
Auch nicht schlecht und vor allem ein sehr pflegendes Gefühl, aber nur Schleim, so ganz ohne Schaum …
Hm … nein, das ist nicht mein Ding.

Nachdem meine K & K-Seife so schön geschäumt hat, obwohl nur 10 % Schaumfett drin waren (gut ein wenig Schaum wird sicher auch dem Kernöl geschuldet sein), wollte ich wissen, ob man einer reinen Olivenölseife, verseift mit Kastanienlauge Schaum entlocken kann.
So hab ich mich gestern Abend in mein Kammerl gestellt und die schnellste aller Seifen gesiedet.
Olivenölseife muss bei mir schlicht, am besten rustikal daher kommen.
Deswegen … kein Duft, keine Farbe, keine Kinkerlitzchen.
Nur Olivenöl (das gute heilige), Kastaniensud, etwas Salz und NaOH.

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Geschnitten hab ich ganz oldschool per Hand um die rustikale Optik zu unterstreichen, durch die Wasserreduktion hat sie doch tatsächlich beim schneiden schon fast ein wenig gebröckelt.
Nicht schlimm, aber ich hätte sie durchaus ein halbe Stunde früher schneiden können.

Rezept: 100% „heiliges“ Olivenöl aus Griechenland (mit ein wenig Olivenschlatz – weil der Bodensatz vom Kanister), Kastaniensud (Flüssigkeitsreduktion auf 20%), ein TL Salz
Duft: keiner

So und nach noch nicht mal 24 Stunden schaut der „Schaum“ so aus:
Erst bekommt man tatsächlich einen gar nicht so schlechten Schaum …

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Wenn man aber weiter schäumt passiert das …
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... hat definitiv was von Slime (wer kennts nicht?)
Man kann damit richtig schön herumspielen und schauen wer die längsten Schleimfäden zustande bekommt.
Und die sind beeindruckend, die Schleimfäden, das kann ich euch sagen!
Aber es ist Schaum.
Schleimiger Schaum.
Ich find es gar nicht so schlecht muss ich sagen, und die Seife ist ja auch erst ein paar Stunden alt, insofern …
Abgesehen davon, wer – außer mir – steht schon minutenlang im Bad und versucht Schaum in Slime zu verwandeln.
Schuld sind vermutlich meine Eltern, die mir als Kind nie erlaubt haben, dieses glitschige, schleimige, wenn man die Finger in die Dose gesteckt hat – furzende Zeugs zu besitzen.

Zurück zum Thema – ich bin gespannt wie sich die Seife entwickelt, aber es könnte durchaus sein, dass ich sie mögen werde.
Irgendwie mag ich sie jetzt schon.

Schönen Restsonntag noch …

10 Kommentare

  1. Liebe Claudia, wie habe ich doch geschmunzelt ob deinen Worten und dem „Schleim-Seiflein“ 😂😄😉. Ja, wir Schaum-Junkies sind manchmal echt bekloppte Wesen… Aber echt herrlich schleimiger Schaum hast du da produziert und wer weiss, in ein paar Monaten wird sie Berge fluffigen Schaumes produzieren und wir sind dann alle ganz neidisch 😁.
    Dufte Grüsse, Mirjam

  2. Irene sagt

    Wunderbar schaut sie aus… und ich halte Dir die Daumen, daß sie in ein paar Monaten duftigen, fluffigen Schaum hergibt…

    Ich hab Dich schon einmal gefragt wie Du das mit der „Flüssigkeitsreduktion“ meinst, hab es damals aber glaub ich nicht wirklich verstanden *peinlich*.

    Wenn ich im Seifenrechner all meine Daten eingebe, spuckt der mir ja eine Flüssigkeitsmenge aus… z.B. 200 ml…
    und nimmst Du dann von diesen 200 ml nur 20 % Flüssigkeit ?
    Also 40 ml um das NaOH aufzulösen?

    Oder wenn die Ölmenge z.b. 800 g ist…
    von dem nur 20% also 160 ml Flüssigkeit zum auflösen vom NaOH?

    Ich habe mir das Reiskeimöl von Dir abgeschaut und eine wunderbar schäumende Seife gemacht, aber leider ist sie sooo weich, daß sie nur patzweich im Seifenschalerl herumlungert… daher denke ich eine Flüssigkeitsreduktion bei diesem Rezept wäre angebracht, nur traue ich mich nicht drüber, weil ich Angst habe den Seifenleim nur noch bröckerlweise in die Form zu bringen…

    Viele liebe Grüße und ich freue mich schon auf eine Antwort…

    Irene

    • Claudia Pazdernik sagt

      Hallo Irene,
      die Flüssigkeitsmenge wird ja immer bezogen auf die GFM ausgerechnet.
      Der Naturseifenrechner spuckt immer 33% Flüssigkeitsanteil aus.
      Ich dagegen nehme meist nur 30% oder auch weniger.
      Hast du also eine angenommen GFM von 500 g, wären 33% davon 165 g Wasser, 30% davon sind 150 g Wasser und 20% 100 g Wasser.

      Hilft dir das?
      Liebe Grüße Claudia

      • Hallo Claudia!

        Jaaa dankeschön… ich werde es gleich bei dem Rezept, wo die Seife so patzert wurde, probieren….

        Alles liebe
        Irene

  3. Deine Bilder sind einfach klasse, besonders die mit den Fäden, hihi! Mir sind bisher auch immer nur Oliven-Schleimseifen „gelungen“, diverse Spielereien mit Wasser-Reduktionen, langen Lagerzeiten und irgendwelchen Zusätzen brachten überhaupt nichts. Prima zur Haut, aber das „Schaumerlebnis“ ist einfach unbefriedigend. Nun nehme ich halt immer 7-10% Schaumfett mit dazu, ab und zu auch einen kleinen Schubs Rizi, und schon schäumt´s ganz passabel. Auch wenn es dann eben keine „puren“ Oliven mehr sind, aber damit kann ich leben. 🙂 Ohne Schaum geht irgendwie doch nicht bei mir. Liebe Grüße, fortunella

    • Claudia Pazdernik sagt

      Meist hab ich ja auch ein wenig Schaumfett dabe, aber die reinen Olivenölseifen reizen mich doch immer wieder und die Herausforderung ihnen Schaum zu entlocken.
      LG
      Claudia

  4. Liebe Claudia,
    ich liebe Olivenölseifen, aber diese glitschig langen Fäden – da schüttelt’s mich. Ich hoffe, dass sich das reduziert, wenn sie richtig reif ist, bei meinen olivenöllastigen Seifen war das glücklicherweise immer der Fall. Aber in trockenem Zustand schaut Deine Neue richtig edel aus. Ich habe gestern Kastanien vorbereitet, weil ich fast genau dieselbe Idee hatte wie Du. Nur wollte ich statt 100% Olivenöl nur 80 oder 90% nehmen und dafür noch 10 bis 20% Babassuöl als Schaumfett. Mal sehen, wie das wird.
    Viele Grüße
    Petra

  5. Claudia Pazdernik sagt

    Liebe Petra,
    mit ein wenig Schaumfett wird die Seife bestimmt ganz, ganz toll.
    Ich hab ja sehr häufig solche Rezepte und liebe sie.
    Dann schleimt es auch nicht und der Schaum kann sich auch sehen lassen.

    Diese Kastanienolive schäumt tatsächlich auch gar nicht sooooo schlecht, wenn man es nicht übertreibt und so lange herumschäumt und reibt, bis sich Fäden bilden.
    Bei „normalen“ Waschverhalten schleimt sie so gut wie gar nicht.
    Allerdings nur, wenn sie vorher trocken war.
    Wenn sie schon leicht aufgeweicht ist, dann kommt der Schleim schneller. 😉
    Ganz liebe Grüße
    Claudia

  6. Renate sagt

    Liebe Claudia, darf ich fragen, ob der Kastaniensud mit destilliertem Wasser hergestellt wurde? Möchte das auch probieren… Danke!

    • Claudia Pazdernik sagt

      Hallo Renate,
      nein, ich arbeite immer mit Leitungswasser. Aber die Wasserqualität in Wien ist hervorragend und unsere Rohre sind nicht alt.
      Wenn du immer destilliertes Wasser nimmst, dann tu es weiterhin.

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