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Schrubbelige Gärtner-Rundlinge und Honigbrocken …

… sind gestern entstanden.

Tatsächlich sind es zwei Premieren.
Zum ersten hab ich die allererste Trichterseife meines Seifensiederlebens (und das ist ja nicht sooo kurz) gesiedet und bin grad ganz glücklich darüber.
Und zweitens hab ich das allererste Mal eine OHP mit „echter“ Überfettung gemacht.

Ich fang mal mit der Trichterseife an.
Die alljährlich wiederkehrende Schrubbelseife für dreckige Gärtnerhände fällt diesmal rund aus.
Gefärbt ist sie mit mit grüner und roter Tonerde und Ringelblumenblüten, Mohnsamen und Kräutern.
Im Hauptleim schrubbeln gemalene Haferflocken.

Rezept: 46% Olivenöl, 25% Kokos, 25% Rindertalg, 4% Rizi
Duft: eine zitronig-krautige ÄÖ-PÖ Mischung
Das Abflussrohr hab ich in eine selbstgemachte Silikonform gesteckt, sodass das „End“stück eine schöne Calla-Seife ist.

Kommen wir zu den Honigbrocken.
Im Moment ist mir ja ein wenig unbunt zu Mute.
Und Honigseife mag ich am allerliebsten derb und rustikal.
So ist gestern zu fast nachtschlafener Zeit noch ein paar Honigbrocken entstanden.

Die 20% Honig (gemessen an der GFM) hab ich nur sehr schlampig untergerührt, in der Hoffnung, dass ich glänzende, leicht durchscheinende Stellen in der Seife bekomme.
Dass sie ev. unterschiedlich trocknet nehm ich billigend in Kauf.
Und es ist gelungen, wobei mir die beiden Randstücke am besten gefallen.

Rezept: 30% Kokos, 30% Olive, 25% Palm, 10% Shea und 25% Rizi.
Überfettet ist sie mit 8% Sheabutter.
Dazu noch 100 g Bio-Honig.
Trotz leichter Wasserreduktion (um den vielen Honig auszugleichen), dem doch recht hohen Anteil an festen Fetten und das Weglassen von einem Sauermilchprodukt, war der verseifte Leim sehr schön fließfähig und willig sich in Form bringen zu lassen.
Allerdings hab ich im Crockpot bei High verseift und die Hitze ist für fließfähigen Leim echt elementar.

Was hat es also mit der „echten“ Überfettung auf sich?
Es ist so, das bei kalt verseifter Seife keine echte Überfettung in der Seife zurückbleibt, weil das NaOH zwar nicht alles verseift, aber alle Fette verändert, sodass in der fertigen Seife kein echtes Fett mehr vorhanden ist.
Das ist jetzt keine sehr wissenschaftliche Erklärung, aber das würde jetzt hier auch zu weit führen.
Aconita aus dem Seifentreff, auf deren chemischen Wissen diese Erkenntnis beruht, könnte das viel besser erklären.
Aber aus diesem Grund sprechen wir im Forum auch nicht mehr von Überfettung bei CP, sondern von einem Laugenunterschuß.
Echte ÜF gibts also nur bei OHP, wenn das Überfettungsöl NACH der Verseifung (wenn kein freies NaOH mehr zur Verfügung steht) in den fertigen Leim einrührt.
Bisher war ich immer zu faul für diese Vorgehensweise, aber ich wollte jetzt doch mal den Unterschied wissen.

Verabschieden tu ich mich mit meinen neugierigen Katzen und wünsch euch einen schönen Ostersonntag.
Genießt die freie Zeit ganz wie es euch beliebt.

4 Kommentare

  1. dandelion sagt

    wunderbare Seifen, liebe Claudia, aber noch viel herzallerliebster….
    sind die Katzenbilder, mit nasser Pfote, neugieriger Nase und schleckender Zunge… solch hinreissende Tiere, Deine Beiden!

  2. Andrea Poten sagt

    Claudia, die Seifen sind wieder richtige Schmusestücke, aber Deine Katzen!
    So bezaubernd neugierig und von Forscherdrang erfüllt! Herzallerliebst!

  3. Claudia Pazdernik sagt

    Lieben Dank für eure lieben Kommentare.
    Die zwei Stubentiger sind wirklich eine Freude.

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