Seife
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Wie man sein Hirn erfolgreich ausschaltet, oder Lachen ist gesund …

Beides hab ich gestern recht erfolgreich getan.
Hirn ausgeschaltet und gelacht.

Aber von Anfang an …

Eine Haarseife sollte es mal wieder werden.
Lange hab ich keine gemacht, aber irgendwie hats mich in den Fingern gejuckt und obwohl ich mir geschworen hab, dass ich es nicht mehr versuche, weil meine Haare damit einfach nicht zurecht kommen … ich bin schwach geworden.

Ok, also schnell ein Rezept gebastelt und losgelegt.
Mit ein wenig Lorbeeröl sollte sie diesmal werden und mit viel Rizinusöl und wenig Kokos und die Lauge mit gesättigter Sole angesetzt, weil meine Haare mögen Salz.
Nachdem die Seife unbeduftet bleiben sollte (Lorbeeröl duftet eh gut genug), dachte ich (genau, ich DACHTE) dass ich ruhig recht warm arbeiten kann.
Und damit fing das Drama an.
Ich hab die sehr warme Lauge in die sehr warmen Fette gerührt und hatte innerhalb kürzester Zeit Blitzbeton.
Also wirklich BLITZBETON!
Nicht angedickt, das hätte mich nicht gestört, damit komm ich zurecht.
Nein, es war die klassische Seife am Stiel.
Die Konsistenz wie … wie … hm, wie keine Ahnung … sie war schnittfest und absolut nicht geschmeidig!
Ok, da stand ich nun und musste einsehen, dass sie weder in meine Einzelformen zu bringen ist, noch in mein vorbereitetes Rohr.
Und dann hab ich mein Hirn ausgeschaltet.
Kannst ja schnell in der Microwelle notheißverseifen, dachte ich und hab dabei vollkommen ausgeblendet, dass ja gesättigte Sole im Spiel ist.
Schlau, gell?!
Wie auch immer, ich hab den Rührbecher in den Micro verfrachtet, dreh ihn auf und mich um und als ich mich wieder zurückdrehe seh ich, wie der Leim schon fröhlich das Weite sucht und behände aus dem Becher klettert.
Ich hol ihn also raus …

und kratz alles aus dem Micro raus und wundere mich über die bröselige Konsitenz, obwohl doch der Leim noch recht heiß ist.

Und dann schaltet sich mein Hirn wieder ein und meldet:
„Hey du Nuss! Du hast die Lauge mit gesättigter Sole angerührt! Weißt du nicht, dass man Soleseifen nicht heiß verseifen kann, hä?!“
„Das sagst du mir erst jetzt, du Hirn? Hättest damit nicht ein paar Minuten früher rausrücken können?! Ein kleiner Hinweis wäre nett gewesen, aber nein du musstest ja unbedingt Pause machen!“

Allerdins weiß ich eh nicht, was ich mit dem Leim sonst hätte machen sollen.
Wobei, sollte das nochmal passieren, werd ich vermutlich einfach alles im Topf lassen, bzw. versuchen Nockerln rauszustechen und die dann einfach so verwenden. Besser als die Bröselei wärs auf jeden Fall.

Aber was solls … alles ist fertig verseift und brizzelt nicht mehr und so stopfe ich die Bröseln, die versucht haben, das Weite zu suchen mit dem restlichen, doch recht weich-flüssigen Leim aus dem Becher, unter Einsatz meiner Finger (weil heiß war der Leim noch) in die Formen und hoffe.

Sorry für die schlechte Bildqualität, aber ich hab nur schnell mein Handy gezückt und geknipst, weil viel Zeit hatte ich nicht und so waren die Einstellungen ganz falsch.
Aber ich denke man kann das Desaster ganz gut erkennen.

Wie auch immer, kurze Zeit später schon, konnte ich die „Seife“ ausformen

und bin mal gespannt, ob die Bröseln beim waschen tatsächlich zusammenhalten und ob meine Haare sich mit ihr anfreunden können.
Aber das muss noch warten, jetzt darf sie erstmal ein Weilchen in der Ecke stehen/liegen und sich schämen, zwischen den anderen Seifen, die durch die Bank braver waren.

Interessant ist, dass ich immer wieder lesen, dass Soleseife wenn sie heiß verseift wird, sich selbst aussalzt.
Das kann ich jetzt tatsächlich nicht bestätigen.
Heiß wurde mein Leim, sehr heiß sogar, aber ausgesalzen hat sich nix.

Rezept: je 35% Rizinusöl und Distelöl ho, je 10% Kokos, Lorbeer und Olive und eben die gesättigte Sole für die Lauge

Und weils so lustig war und ich ein Adrenalinjunkie bin hab ich noch eine zweite Seife nachgeschoben, die beim machen meinen Puls auch ein wenig hochgetrieben hat.
Denn ich wollte eine Spitzenmattenseife machen, mit einem Duft, der zwar herrlich ist, aber als übler Blitzbetonkanditat verschriehen ist.
Ja.
Aber den Mutigen gehört die Welt und so hab ich mein Traumschaum-Rezept wieder mit gesättigter Sole angerührt, alles sehr gut abkühlen lassen, meine Spitzen mit goldenem Mica präpariert und wieder gehofft.
Diesmal aber wurde meine Hoffnung nicht enttäuscht.
Ja, das PÖ dickt heftig an.
Aber wenn man kalt arbeitet, das PÖ nur noch mit dem Löffel einrührt und nicht zu rühren aufhört, bis der Leim in der Form ist, dann geht das gut.
Sobald der Leim ind er Form ist, wird er fest, man muss also schon flott sein.
Das war ich und so durfte ich gestern auch noch eine recht hübsche Seife ausformen:

Rezept: Traumschaum
Duft: Tabac Vanille von GF

Das PÖ soll laut Hersteller nicht andicken (ja genau!) und braun verfärben.
Hm … mal schauen, viel ist noch nicht zu sehen, vom Braun.

Ich hoffe ihr habt euch gut amüsiert, ich habs getan.
Und es darf herzlich über die Haarseife hergezogen werden, denn das hat sie verdient.

4 Kommentare

  1. Vielleicht ist das die beste Seife für Deine Haare überhaupt. Ich drücke jedenfalls die Daumen.

  2. Danke für diesen Beitrag, Danke, Danke Danke.
    Ich dachte schon, bei Dir geht nie was daneben *scherzal*…
    Mir ist es letztes Jahr auch so bei einer Seife gegangen. Man glaubt es ja nicht, wenn man von Blitzbeton ließt. Aber es geht so schnell.
    Ich hab meine auch versucht zu retten und hab sie nochmals im Rohr erwärmt, was natürlich auch nicht so toll funktioniert hat, und hab die Brösel einfach, auch unter Einsatz der Finger, in eine Kastenform gepresst.
    Abgesehen, dass sie bröselig war, beim Waschen verbinden sich die Brösel… und von der Haptik ist es beste Seife ever geworden… So ein feiner, weicher und gleichzeitig fester Schaum, wie Seide die über die Haut streicht….
    Also toi toi toi… Deine wird bestimmt toll sein.

  3. Martina sagt

    dass du noch so geistesgegenwärtig warst, den seifenhaufen zu fotografieren 😀
    dankeschön.
    ich hab mal eine salzseife drei mal gerebatcht.. und sie ist immer noch nicht wirklich gut….

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