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Haarseife…

…ist so eine Sache.
Ich würd mir sooo gern meine Haare mit meiner eigenen Seife waschen. Mein Mann macht das schon seit Jahren, wobei es ihm dabei wurscht ist, welche SEife, welche Überfettung, was für Inhaltsstoffe…
Sogar mit Salzseife wäscht er sich die Haare und sie schauen immer gut aus.Ich hab schon vor Jahren mal den Versuch gestartet aber nicht durchgehalten. Meine Haare haben sich angefühlt wie Puppenhaare, ganz grauslich und im trockenen Zustand waren sie ganz klebrig, schwer, strähnig und einfach bähhhh. So hätt ich nicht außer Haus gehen können.

Diesen Sommer hab ichs wieder probiert, mit genau dem gleichen Ergebnis. Ich hab mir sogar Haarseife ertauscht und es mit verschiedenen Rezepten versucht. Wieder nix! Ganz im Gegenteil, meine Haare haben lange gebraucht, bis sie sich wieder erfangen hatten.

Dabei sind andere Leute von meinen, selten aber doch, gesiedeten Haarseifen begeistert. Wie auch die Freundin einer meiner (Ex)kollegen. Die hatte große Probleme mit juckender Kopfhaut, stumpfen Haaren und Haarausfall. Eines Tages, ich wusste gar nicht, dass er das aktiv mitbekommen hat, dass ich Seife siede, kam er zu mir und hat mich gefragt ob ich auch Haarshampoo mache und ob ich da vielleicht Rat hätte für seine Freundin.

Ich hab ihm Haarseife vorgeschlagen…und seither geht es ihren Haaren, zwar langsam, aber doch besser. Und auch ihre Kopfhaut hat sich beruhigt.
Gestern bekam ich von ihr eine SMS, dass sie wieder neue Haarseife braucht weil ihr letztes Stück schon verbraucht ist.
(Sie kann sich zwar auch mit normaler Seife die Haare waschen, aber besser ists mit Haarseife dennoch)
Also hab ich mich ganz kurzentschlossen an die Töpfe gestellt und, angelehnt an Laurences Haarseifenrezept, auch eine gesiedet. Die gute war innerhalb einer Stunde (von Abwiegen der Fette weg) fertig durchgegelt. Das Abkühlen hat dann deutlich länger gebraucht. Aber ich konnte sie bald schneiden und ein Stück hab ich mir abgezweigt und es (gegen meine Überzeugung) nochmal versucht. Und was soll ich sagen…
…ich bin begeistert!!! Schon beim waschen haben sie sich toll angefühlt (nix Puppenhaar), ich hab noch mit Zitronensaft gerinst und dann keine Spülung oder Kur aufgetragen.
Trotzdem haben sie sich toll durchbürsten lassen und schon während dem trocknen wusste ich, diesmal ist etwas anders!
Ja und heute…
…heut hab ich glänzende, locker fallende, seidige Haare, die sich ÜBERHAUPT nicht anfühlen, als hätte ich sie mit Seife gewaschen!!!
Ich freu mich grad so sehr, ich kanns gar niemanden sagen.

Es ist nur ein ganz unscheinbares Seifchen, ohne Kinkerlitzchen und Firlefanz, aufs Wesentliche reduziert…

….genauso wie das Foto, das ich nur schnell mit meinem Apfelhandy geschossen hab.

Viel wichtiger als das Aussehen ist in diesem Fall das Rezept:
40% Olive, 20% Rizinus, 10% Kokos, 10% Shea, 10% Distel und 10% Avocado. Kein Zucker, kein Salz, keine Seide. Nur noch Wasser und NaOH

Beduftet ist sie mit Litsea und Patchouli.
Überfettet mit 3%
Und den Wasseranteil hab ich auf 25% reduziert.

Jetzt gibts kein Halten mehr. Ich werd mich für die nächste Zeit vermutlich intensiver den Haarseifen widmen und auch andere Zusammensetzungen probieren. Allerdings die 20% Rizi werd ich beibehalten. 😀

Noch ein herzliches Dankeschön an LaurenceDana und Duftrausch die mich mit ihrer permanenten Schwärmerei im Beautykosmos mürbe gemacht haben. Bussi euch Allen!!! :*

Kleines Update am Montag 18.11.2013:
Samstag hab ich das zweite Mal mit dieser Seife meine Haare gewaschen. Direkt nach dem Waschen haben sie sich nicht mehr ganz so toll, wie beim ersten Mal angefühlt. Ich hab dann ein zweites Mal gewaschen und dann zweimal mit der Quetschzitrone gerinst – sehr, sehr gründlich ausgewaschen und dann noch meine Incro-Spülung benutzt. Danach war wieder alles paletti. Sie haben sich gut bürsten lassen und auch föhnen.
Heute sind sie immer noch schön und angenehm, beim angreifen und nur am Ansatz leicht fettig (was aber auch nach einer Shampoowäsche so wäre).
Stümperhaft mit dem Handy fotografiert hab ich sie auch:

Schön sind die Fotos nicht, aber man kann erkennen, wie sie ausschauen.

17 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch.
    In meine Haarseifen (und ich hab schon viele gesiedet) kommen immer zwischen 15 und 20% Rizi.
    Und was lernen wir daraus: Nie aufgeben, irgend wann hat man das Rezept, das genau für einen passt.
    Schönes Haarewaschen
    lg. Sylvie

  2. Hach Mini, ich freu mich so 🙂 Gell mit den 20% Rizi fühlen sich die Haare an wie mit Shampoo gewaschen, besser sogar noch. Ich werd die 20 auch beibehalten, werde sogar noch versuchen ein bisschen höher zu gehen.
    LG

  3. Ich bin ja kein Haarseifenprofi, da gelten ja wieder ganz andere Regeln als bei normalen Seifen, aber ich kann mir nicht vorstellen, das die Seife mit Babassu schlechter ist.
    Ich denke, wie Laurence schon geschrieben hat, die 20% Rizi sind hier der Schlüssel.

    Ja Laurence, die Haare fühlen sich wirklich wie mit normalem Shampoo gewaschen an. Genial. Ich hoff das bleibt auch so.

  4. Das Distelöl kannst sicher auch ersetzen. Schau mal bei Laurence. Da hab ich ja abgekupfert. Die hat sich mit dem Thema wirklich ausgiebig geschäftigt. Einfach auf “Laurence” oben im Text klicken. 🙂

  5. Ich war auch noch nie mit einer Haarseife zufrieden. Ich hatte genau das Ergebnis wie du Mini. Eine Minicharge werde ich sicher nach deinem Rezept sieden. Mit den Shampoobars mit SLSA bin ich nicht mehr so zufrieden.

  6. Ich verwende Haarseife, da ich mir mit meinen selbstgemachten Shampoos Schuppen zugezogen habe. Mit Seife waren die Schuppen bald weg und meine Kopfhaut ijuckt nicht mehr. Meine derzeitige Haarseife besteht nur aus Olive, Rizi und Stearin. Die finde ich sehr gut, ich werde aber auch das Rezept von Laurence bald ausprobieren. Was bei mir übrigens am besten geht ist zwei oder drei Mal mit Haarseife waschen und einmal mit Shampoo (derzeit ein gekauftes Naturkosmetikshampoo) im Wechsel. Nur mit Haarseife fetten meine Haare schneller nach.

  7. martina sagt

    Mini, Du hast mich deiner Begeisterung sehr neugierig gemacht und ich möchte das Rezept bald ausprobieren!
    Zur Zitronenrinse hab ich jedoch Fragen:
    wieso spülst Du mit Zitronensaft nach und wird der Saft mit Wasser verdünnt?
    Viele Grüße
    Martina

  8. Anonymous sagt

    Liebe Mini, danke für deine schöne Seite, sie macht so richtig Lust aufs Sieden, sag was mich wirklich an der Haarseife interessieren würde ist, warum man den Wasseranteil reduziert? hast du da vielleicht eine Antwort für mich? Lieben Gruß, Elisabeth

  9. Hammer! Ich danke dir für dein Rezept! Ich hab’s abgewandelt auf das was ich da hab 😉 Kein Distel und kein Avocadoöl dafür Traubenkernöl und eben Prozente angepasst….
    ist super!!! Die Seifen sehen doof aus – weil im Heißverfahren – aber meine Haare sind unglaublich schön 🙂

  10. Claudia sagt

    Hallo mini, bin erst jetzt auf deinen Artikel mit der Haarseife gestoßen. Ich hätte auch eine Frage bezüglich des Wassers. Wieso wird das reduziert? Und hab ich das richtig verstanden – von der Gesamt Wassermenge hast du 75% weggelassen und nur mit einer Restmenge von 25% gearbeitet? LG Claudia

    • Claudia Pazdernik sagt

      Hallo Claudia,
      der Naturseifenrechner schlägt ja 33% gemessen an der GFM (Gesamtfettmenge) vor. Ich hab diese 33% auf 25% reduziert. In erster Linie, damit die Seife, die ja hauptsächlich aus flüssigen Ölen besteht, schneller hart und ausformbar wird.
      LG deine Namenskollegin.

  11. petra sagt

    Hallo 🙂 Ich bin hier durch Zufall gelandet, irgendwie schaffe ich es auch nicht die richtige Haarseife für mich zu finden. Leider kenne mich mit der Seifenproduktion überhaupt nicht aus. Könntest du mir genau schreiben, wie viel Mengen du wovon nimmst und was für ein Öl du für die Überfettung nimmst? danke lg petra

    • Claudia Pazdernik sagt

      Hallo Petra,
      verstehe ich dich richtig, dass du noch nie Seife gesiedet hast?
      Wenn ja, dann solltest du dich unbedingt gut einlesen, ev. in einem Forum anmelden und mal ein paar Seifen sieden um die Materie kennen zu lernen. Seife sieden ist zwar kein Hexenwerk, aber du arbeitest mit konzentrierter Lauge, was auch nicht ganz ungefährlich ist und man sollte schon wissen, was man da tut.
      Mein Rezept steht ja bei dem Post genau dabei, die NaOH Menge musst du dir selbst für deine gewünschte ÜF ausrechnen.
      Und ein spezielles ÜF-Öl gibt es bei CP nicht. Das würde nur bei OHP Sinn machen.
      LG Claudia

  12. Manu sagt

    Hallo Claudia…Du de dein Haarseifen Rezept super. Habe aber keine Sheabutter da…meinst du ich könnte sie auch mit Kakaobutter ersetzen
    Liebe Grüße Manu

    Schöne Ostern

    • Claudia Pazdernik sagt

      Hallo Manu,
      das musst du probieren.
      Jedes Haar ist anders und mag was anderes.
      Das ist noch deutlich schwierigern, als bei normaler Seife.
      Ebenfalls frohe Ostern. 😀

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