100% Natur, Allgemein, Seife
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Marseille trifft Aleppo …

… oder so.
Wer kennt sie nicht, die wunderschönen, rustikalen, ein wenig unförmigen Seifenklötze der Savon de Marseille, oder Savon d’Alep.
Herrlich anzuschauen und dabei so unhandlich in der Handhabung.
Vor allem die Stempel auf diesen Seifen habens mir immer schon angetan.
Wies der Zufall haben will, läuft im Seifentreff gerade ein Workshop übers Seife stempeln, das zu betreuen ich das Vergnügen habe.
Und weil ich eine vorbildliche Seifenworkshopbetreuerin (bissi Eigenlob kann einfach gar nicht stinken) und weil ich schon länger um diverse Stempelsets herumschleiche und weil ganz zuuuuufällig eine Seifenkollegin direkt zu einem solchen Set verlinkt hat (vielen Dank Sandra)
“musste” ich mir ein solches Set leider bestellen.

Ich bin echt froh, es getan zu haben, denn man kann so ganz leicht alle möglichen Texte auf seine Seife bringen (rund, oval, oder auch in geraden Linien) und die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und so wird das Set noch öfter zum Einsatz kommen.

Natürlich musste ich (ich möchte hier noch mal auf meine Vorbildlichkeit verweisen – ich hab das nicht gemacht, weil ich ein bissl seltsam bin und Seife siede, wie eine Geistesgestörte) eine Seife machen um diesen Stempel im WS vorzustellen.

Die Savon de Marseille besteht traditionell aus 72% Olivenöl (mit Kokos meist, soweit ich weiß) und die Savon d’Alep aus Olivenöl und Lorbeeröl (in unterschiedlichen Anteilen).
Bei beiden Seifen werden die Öle mit der Lauge und viel Wasser lange, lange gekocht und dann ausgesalzen.
Das mochte ich nun nicht machen, sondern ich hab mich für eine normale CP entschieden.
Außerdem ist noch ein wenig Ziegenmilch mit in der Seife (einfach weil ichs gerne mag und ich finde es passt perfekt).

Langes Geschreibsel, kurzer Sinn – hier ist die Seife:

Rezept:
72% gutes Olivenöl und je 14% Lorbeeröl und Kokosöl.
Die Laugenflüssigkeit (30%) hab ich geteilt in Wasser und Ziegenmilch.
Im Wasser hab ich 2 TL Salz gelöst und die Ziegenmilch ist direkt zu den geschmolzenen Fetten gekommen.

Duft hab ich mir erspart, denn das Lorbeeröl riecht ohnehin herrlich rauchig-frisch.

Und der Stempel sieht so aus:

Verwendet hab ich dieses Stempelset: Amazon – Herlitz Stempelset 
Nur so für den Fall, dass es jemand auch gern haben möchte.

13 Kommentare

  1. blackrain sagt

    Wunderschön wie immer. ich finde es immerwieder faszinierend wie Du das mir dem stempeln hinbekommst. Habe mir ein ähnliches Set gekauft und komme damit überhaupt nicht zurande. Mir fehlt woll offensichtlich das nötige Feingefühl.

    • Claudia Pazdernik sagt

      Erstmal Hallo, soviel Zeit muss sein!

      Nein, ist es nicht.
      Es ist das fette Öl, der Beeren.

      • Hallo und Danke für die schnelle Antwort.
        Als ich nach Lorbeeröl gesucht habe, waren fast alle Suchergebnisse ätherische Öle. Ansonsten habe ich nur Produkte mit Lorbeeröl zur Hufpflege von Pferden gefunden.
        Aber bei der Menge habe ich mir schon gedacht, dass es wohl nicht das ätherische ist.
        Dann gehe ich nochmal auf die Suche.

    • Claudia Pazdernik sagt

      …und bei Vita von Waldehoe und auch bei einigen anderen einschlägigen Händlern. 😀

  2. Danke. Ich bin noch nicht so lange mit Seife beschäftigt und kenne noch nicht alle einschlägigen Händler. 😉

  3. Claudia,
    die Seife ist atemberaubend schön – ich krieg gleich keine Luft mehr <3 Sowohl in Form und Farbe eine absolut vornehmer Augenschmaus und dann auch noch sowas von akkurat gestempelt <3 Ich krieg die Tür nicht zu 😉
    Lieben Gruß,
    Bettie

  4. Hallo Claudia,
    früher konnte ich mir unter Aleppo-Seife nicht viel vorstellen. Dann hab ich geforscht, bin auch fündig geworden und kaufte mir im letzten Jahr einen dieser Klötze. Unhandlich, aber ich hab ihn verwaschen bis auf den letzten Krümel. – Es gibt auch viele Infos im Netz über die Geschichte dieser Seife – Dann hatte ich ein Treffen mit Flüchtlingen. Auch welchen aus Aleppo. Als ich ihnen sagte, dass ich nur die Seife kenne und mir die Stadt vorher überhaupt kein Begriff war. – Da waren die Jungs sehr angetan. Nun wird´s Zeit, dass ich mich auch ans Lorberöl-Seifen-Sieden mache.
    Übrigens sieht deine toll aus.
    LG Heidi

    • Claudia Pazdernik sagt

      Liebe Heidi,
      ja mach!
      Lorbeeröl ist sehr besonders und ich mag auch diesen rauchigen Duft sehr gerne.
      Eine Lorbeerölseife hab ich immer gern daheim.
      LG Claudia

  5. Valentina sagt

    Hallo,
    die Seife sieht ja wirklich toll aus! Ich würde sie sehr gerne demnächst ausprobieren. Bin aber noch Anfänger und kenne mich noch nicht so gut aus, deshalb hätte ich ein paar Fragen.

    1. Zu den Prozenten – mit Laugenflüssigkeit komme ich auf 130 %, oder betreffen die Anteile nur die Öle und es ist 30%-ige Lauge gemeint?
    2. Die Farbe entsteht einfach durch die Öle, oder hast du noch einen Farbstoff verwendet?
    3. Die Stempel sehen aus, als wären sie aus Plastik. Wann stempelst du sie, damit das so gut funktioniert wie bei dir? Ich stelle mir vor, wenn die Seife schon “fertig” ist funktioniert das wahrscheinlich nicht mehr. Gibt es da irgendeinen Trick?
    4. Du schreibst, dass du CP gemacht hast – das ist Cold Process, oder? Sorry, dass ich doofe Fragen stelle, aber ich würde die Seife wirklich sehr gerne machen, da sie sich toll anhört, checke es aber leider nicht ganz. Du hast geschrieben, dass du “Die Laugenflüssigkeit (30%) in Wasser und Ziegenmilch geteilt” hast und die Ziegenmilch direkt zu den geschmolzenen Fetten” gegeben hast. D.h. die Laugenmenge wird zur Hälfte im Wasser und zur Hälfte in Ziegenmilch gelöst, oder? Wann gibst du dann das Wasser dazu?

    Wäre total nett, wenn du mir helfen könntest! Liebe Grüße, Valentina

    • Claudia Pazdernik sagt

      Hallo Valentina,

      jetzt hab ich gerade eine lange Antwort geschreiben und jetzt ist sie weg.
      Darum jetzt nur kurz …
      1. die Anteile teilen sich in 100% GFM (GesamtFettMenge) und gemessen daran 30% Flüssigkeit.
      2. ja, die Farbe kommt nur von den Ölen.
      3. das ist nicht schnell erklärt. Der richtige Zeitpunkt richtet sich nach Rezept, nach Gelphase (ja oder nein), nach der Art des Stempels.
      Ich hab sehr lange gebraucht, bis das mit der Stempelei funktioniert hat. Da hilft echt nur Erfahrung und vielleicht ein wenig der Stempelworkshop im Seifentreff (wo du dich unbedingt anmelden solltest).
      4. Ja, CP = Cold Process.
      Und das NaOH rühre ich NUR mit dem Wasser an.
      Die Milch kommt in die geschmolzenen Fette und wird dort gut verrührt, bevor die fertige Lauge dazu kommt.

      Mein Rat ist, meld dich im Seifentreff an.
      Ohne Forum würde ich keine solchen Seifen sieden.
      Das Wissen und die Interaktion eines Forums kann kein Buch und dein Blog erfüllen.

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