Seife
Kommentare 9

Rasierseife für einen lieben Freund…

Einer meiner liebsten Freunde ist, seit meiner ersten Stunde als Siederin, Fan meiner Seife. Nur mit meinen Rasierseifen war er nicht so ganz glücklich.
Da gibts bisher nur eine, bzw. einen Hersteller, deren Rasierseifen ihn zufriedenstellen.

Jetzt würde ich mich nicht unbedingt als verbissen bezeichnen, aber das hat meinen Ehrgeiz doch geweckt und nach einem Gespräch (neulich geführt in meinem Seifenkammerl) möchte ich es jetzt wissen.
Also hab ich mir die Inhaltsstoffe der Haslinger Rasierseifen (hier)rausgesucht und in Anlehnung daran, eine Rasierseife gesiedet.

Mein Rezept war:
30% Schmalz
25% Kokosöl
20% Stearin
15% Erdnussöl
10% Myristinsäure

KOH und NaOH 50:50 und 4% ÜF
Der Wasseranteil lag bei meinen üblichen 30%
Duft: eine ätherische Mischung aus Litsea, Rosmarin, Sandelholz und Patchouli (duftet übrigens sehr fein)

Ich hab kalt verseift und versucht kühl zu arbeiten, soweit das halt möglich ist, bei 85% festen Fetten, davon 20% Stearin und 10% Myristinsäure.
Die Fette dürften ein wenig mehr als Zimmertemperatur gehabt haben und haben schon begonnen wieder fest zu werden, die Lauge hab ich wärmer gelassen um die schon angezogene Fettmischung wieder schön flüssig zu bekommen.

Tatsächlich hatte ich, kaum dass die Lauge in den Fetten war, ein False Trace, dass es eine Freud war. Dicke feste Klumpen unten im Messbecher, Öl oben.
Aber durch vorsichtiges pürieren und weiterrühren hab ich den Leim tatsächlich wieder wunderbar geschmeidig und gießfähig bekommen.
Der Duft hat sich ohne Probleme unterrühren lassen und auch die runden Einzelformen waren problemlos zu füllen.
Eine flotte und ordentliche Gelphase durfte ich dann auch noch beobachten.
Und so konnte ich heute 4 ganz schlichte Rasierseifen ausformen (nicht ohne Einfrieren, diese mischverseiften Seifen mögen immer gar nicht aus den Formen raus).
Der Anwaschtest war interessant muss ich sagen.
Sie schäumt in der Hand nur unwillig, mit dem Rasierpinsel aber bekommt man echt feinporigen, dicken Rasierschaum.
Ich hab ihn mal fotografiert und bin gespannt wie er sich einer Stunde, bzw. einem Tag, entwickelt:
IMGP0112
Nachtrag:
So sah der Schaum eine Stunde nach dem ausformen aus:
IMGP0122
Und hier ist er nach 7,5 Stunden. Steht noch immer, aber die Luft ist raus. 😉 :
IMGP0123UPDATE 18. März 2016:
Es hat ein wenig gedauert, aber nun hab ich ein Feedback zu dieser Seife bekommen (Mann musst erst alte Seife verbrauchen):
Sie kann mithalten!
Ich freu mir grad einen Hax’n aus. Lang hab ich probiert und mein schärfster Kritiker (und das ist absolut positiv gemeint) ist zufrieden. Was will ich mehr?

 

9 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.