Seife
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Der Wurm drin …

… so scheint es zumindest im Moment.
Also es ist nicht so, dass die letzten Seifen misslungen sind.
Aber entweder sie werden nicht so, wie ich es mir vorstelle, oder sie machen komische Sachen bei der Herstellung.

Angefangen bei meiner Rasierseife.
Die wurde zwar tatsächlich ziemlich genau so, wie ich sie wollte, aaaaber …
… sie hat mich bei der Herstellung überrascht und überrumpelt.
Es war das dritte Mal, dass ich diese Seife (nach diesem Rezept) gemacht hab und jedes einzelne Mal wars anders.
Beim ersten Mal hats noch am besten geklappt möchte ich sagen.
Das Rezept ist ja wirklich kein einfaches und man braucht schon ein bissl Nerven.
Beim ersten Mal hats angedickt, aber sich wieder schön geschmeidig rühren lassen und ich konnte dicken Leim in die Formen gießen.
Beim zweiten Mal hats angedickt und ist bröcklig geblieben und ich musste die Bröckel in die Formen stopfen.
Und jetzt beim dritten Mal hat es angedickt, sich getrennt und dann binnen Sekunden (wirklich Sekunden), ohne Zufuhr von Wärme, im Rührbecher selbst heiß verseift!
Ganz ehrlich, vom Lauge in die Fette rühren, bis zum herrlich fluffigen OHP-Leim waren es maximal 3-4 Minuten – wenn überhaupt.

Aber der Reihe nach.
Ich hab versucht wieder so kühl wie es bei diesem Rezept möglich ist, zu arbeiten.
Das heißt, ich hab die Lauge im Kühlschrank ein wenig runter gekühlt (sie war grad mal handwarm) und erst zu den Fetten geschüttet, als die schon wieder einen festen Rand im Becher gebildet haben.
Wie immer und erwartet hat sich einmal ein fester Klumpen im Öl gebildet, der sich aber problemlos wieder glatt rühren ließ um sich dann aber gleich wieder zu trennen.
Also wunderschön geronnen sah der Leim aus und war warm.
Ich hab aber weiterpüriert und Sekunden später war alles wieder homogen und fluffig und verseift.
Totesmutig hab ich meine Zunge an den Leim gehalten und ja, ich hatte mich nicht getäuscht, der Leim war brizzelfrei und fertig.
Also ab in die Formen und nach ein paar Stunden konnte ich fertige Rasierseife ausformen und stempeln.
Leider ging alles rasend schnell, sonst hätte ich Fotos gemacht.
Soviel Nervernstärke, mein Handy zu holen, hatte ich dann aber doch nicht.
Allerdings hab ich die wunderbare Elefantenhaut meiner nicht O-, aber HP festgehalten:

Die fertige Seife hat sich wunderbar stempel lassen und schäumt auch wie gewohnt sehr üppig und stabil:

Rezept:
30% Schmalz
25% Kokosöl
20% Stearin
15% Erdnussöl
10% Myristinsäure

Mischverseifung von 50:50 KOH:NaOH
Laugenflüssigkeit hab ich diesmal stark reduziert und die fehlende Menge in Form von Ziegenmilch zu den geschmolzen Fetten gegossen.

Duft: Lavendel-Amber und Teebaumöl

Die nächste Seife, die Spompernadeln gemacht hat war eine Moor-Ziegenmilch Seife.
Moor heizt auf, das wusste ich.
Deshalb hab ich recht kühl gearbeitet.
Trotzdem ist es dieser Seife sehr warm geworden.
Das zeigt sich vor allem in der Haptik.
Abgesehen davon ist sie mir zu dunkel geworden.
Sie sollte eigentlich nur schön braun werden, ist aber tatsächlich fast schwarz.
Dafür kann aber die Seife nix, das war schon mein Fehler.
Wie auch immer, auch sie hat sich fein stempeln lassen:

Rezept:
70% Olive
22% Kokos
je 4% Kakaobutter und Rizinus
Auch hier wieder hab ich einen großen Teil des Wassers für die Lauge, durch Ziegenmilch ersetzt.
Duft: Lavendel-Amber

Weiter gehts mit einer blumigen Seife.
Das zumindest war der Plan.
Ein schöner, schwungvoller Swirl war der Plan.
Wie es mit Plänen oft so ist, ist er nicht aufgegangen und der Swirl gefällt mir gar nicht.
Klar, die Seife ist nicht schlecht. Gar nicht.
Aber meine Lieblingsseife wird sie nicht werden.
Der Leim hat ordentlich angedickt, obwohl das PÖ eigentlich brav sein sollte und auch sonst nix, das Andicken verursachen hätte sollen.

Fotografiert hab ich die zwei schöneren Stücke, der Rest ist nur ein chaotischer, unharmonischer Swirl.

Rezept: ein 25er
Duft: Lindenblossom vom Manske

Tja und dann noch eine, die angedickt hat – ebenfalls eher unerwartet:

Hier wollte ich mal wieder mit meinem selbstbebasteltem Kamm in der Form swirlen, hab mir dabei tiefe Furchen durch den Leim gezogen, die sich nur nach mehrmaligen festen Aufstampfen wieder halbwegs schließen ließen.
Ich hab dann noch ein wenig und ohne große Lust, mit dem Stäbchen, im Divi herumgerührt und wieder ordentlich gestampft.
Einen Teil der Seifen hab ich abgehobelt.
Hat mir die Seife aber nicht sympathischer gemacht.
Nunja, sie hat schon ihre Liebhaber gefunden, sodass sie bald übersiedeln darf.

Rezept: 34% Kokos, 33% Reiskeim, 33% Palm, Zucker und Salz
Duft: Fairy Dust

So und jetzt brauch ich dringend ein Erfolgserlebnis und werde eine ganz schlichte Avocadoölseife machen.
Schönen Sonntag noch …

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