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Kichererbsen …

… schmecken echt gut.
Ich mag diese mehligen kleinen Dingerchen.
Sie sind gesund und sie machen satt.
Ich mag auch Bohnen total gerne und in jeder Ausführung, ganz egal ob in Suppe, im Salat oder … hm, ja … keine Ahnung wo noch, ehrlich gesagt.
Naja, wie auch immer, ich mag sie – wenn da nicht die Nebenwirkungen wären.
Diese eher unangenehmen Nebenerscheinungen von Bohnengenuss (zumal Bohnen ja sehr gut zu Zwiebel passen), hab ich bisher bei Kichererbsen nicht beobachtet.
Und so wandern diese unscheinbaren, runden Kugerln gerne in bunte Salate, ins Curry, oder andere „exotischere“ Eintöpfe.
Und weil ich zwar gerne koche, aber mitunter ein Faulsack bin, nehm ich gern die Kichererbsen aus dem Glas.
Und irgendwann, als ich diese schäumende Flüssigkeit von den Kichererbsen abgewaschen hab, ist mir eingefallen, dass diese ja recht viel Eiweiß beinhalten und dass diese Flüssigkeit so schäumt, weil auch sie vermutlich Eiweiß beinhaltet und die Seifensiederin in mir hat gleich an Seide gedacht, die ich gern in der Lauge auflöse, weil das Eiweiß die Seife griffiger, samtiger, schäumender, was auch immer macht.
Auf jeden Fall macht sie die Seife irgendwie angenehmer in der Haptik, wie ich finde (oder mir einbilde) und warum soll das Kichererbseneiweiß das nicht auch tun?
Wir Sieder hauen ja auch gern mal ein Eiklar in den Seifenleim und sind begeistert und ICH SCHÜTTE DAS GUTE KICHERERBSENEIWEISSWASSER IN DEN ABFLUSS???

Ok, mal wieder lange geredet, obwohls auch kürzer gegangen wäre … jedenfalls ich hab das letzte Mal eine Schüssel unter das Sieb gehalten und die Flüssigkeit aufgefangen, ein wenig Salz drin gelöst und damit die Lauge angerührt.
Diese wird ziegelrot, also nicht erschrecken, das macht der Seife im Endeffekt nix aus, die wird trotzdem ganz hell.
Und was soll ich sagen, ich bin schlichtweg begeistert.

Wunderbarer, fluffiger, dichter Kuschelschaum, genau wie ich ihn liebe.
Und recht hübsch finde ich die schlichte Seife auch:

Das Rezept ist wieder ein schlichtes 25er (mit ein wenig Rizi).
Duft: Hunters Moon von Daystar (das die Seife so gaaaaaanz leicht mauvefarben färbt – sieht man aber nur im Vergleich).

Und weils so schön war und die Schaumschlacht so erfolgreich, hab ich es gleich nochmal getan.
Diesmal mit ein wenig Farbe:

Rezept: das gleiche wie oben (schlichtes 25er mit ein wenig Rizi)
Duft: Eucalyptus & Spearmint von NG

Marseille trifft Aleppo …

… oder so.
Wer kennt sie nicht, die wunderschönen, rustikalen, ein wenig unförmigen Seifenklötze der Savon de Marseille, oder Savon d’Alep.
Herrlich anzuschauen und dabei so unhandlich in der Handhabung.
Vor allem die Stempel auf diesen Seifen habens mir immer schon angetan.
Wies der Zufall haben will, läuft im Seifentreff gerade ein Workshop übers Seife stempeln, das zu betreuen ich das Vergnügen habe.
Und weil ich eine vorbildliche Seifenworkshopbetreuerin (bissi Eigenlob kann einfach gar nicht stinken) und weil ich schon länger um diverse Stempelsets herumschleiche und weil ganz zuuuuufällig eine Seifenkollegin direkt zu einem solchen Set verlinkt hat (vielen Dank Sandra)
„musste“ ich mir ein solches Set leider bestellen.

Ich bin echt froh, es getan zu haben, denn man kann so ganz leicht alle möglichen Texte auf seine Seife bringen (rund, oval, oder auch in geraden Linien) und die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und so wird das Set noch öfter zum Einsatz kommen.

Natürlich musste ich (ich möchte hier noch mal auf meine Vorbildlichkeit verweisen – ich hab das nicht gemacht, weil ich ein bissl seltsam bin und Seife siede, wie eine Geistesgestörte) eine Seife machen um diesen Stempel im WS vorzustellen.

Die Savon de Marseille besteht traditionell aus 72% Olivenöl (mit Kokos meist, soweit ich weiß) und die Savon d’Alep aus Olivenöl und Lorbeeröl (in unterschiedlichen Anteilen).
Bei beiden Seifen werden die Öle mit der Lauge und viel Wasser lange, lange gekocht und dann ausgesalzen.
Das mochte ich nun nicht machen, sondern ich hab mich für eine normale CP entschieden.
Außerdem ist noch ein wenig Ziegenmilch mit in der Seife (einfach weil ichs gerne mag und ich finde es passt perfekt).

Langes Geschreibsel, kurzer Sinn – hier ist die Seife:

Rezept:
72% gutes Olivenöl und je 14% Lorbeeröl und Kokosöl.
Die Laugenflüssigkeit (30%) hab ich geteilt in Wasser und Ziegenmilch.
Im Wasser hab ich 2 TL Salz gelöst und die Ziegenmilch ist direkt zu den geschmolzenen Fetten gekommen.

Duft hab ich mir erspart, denn das Lorbeeröl riecht ohnehin herrlich rauchig-frisch.

Und der Stempel sieht so aus:

Verwendet hab ich dieses Stempelset: Amazon – Herlitz Stempelset 
Nur so für den Fall, dass es jemand auch gern haben möchte.

Schon wieder keine Farbe …

… in der Seife.
Ich weiß nicht warum, aber im Moment hab ichs nicht so mit Farben.
Wird sicher wieder kommen, vermutlich im Winter, wenn eh alles grau in grau ist, aber momentan sind mir die natürlichen Seifen am aller liebsten.

Wobei ich sagen muss, dass ich luxuriöse Seifen schon immer am liebsten pur und ungefärbt hatte.
Und als luxuriös ist diese Seife durchaus einzuordnen, sind doch wirklich exklusive Inhaltsstoffe drin, wie z.B. Eselsmilch, Arganöl, Seide, … , dazu aber beim Rezept.
Das ist meine zweite Eselsmilchseife und ich mag mich täuschen, aber ich denke die Eselsmilch heizt den Leim ordentlich ein.
Denn ich kann mich nicht erinnern, dass meine SEife im Dividor so schnell und ohne mein Zutun in die Gelphase kam.
Ich hab sie dann ins Backrohr verfrachtet, bei ganz geringer Hitze und ständiger Beobachtung, denn ich wollte um keinen Preis, dass sie zu warm wird. Nicht bei diesen Zutaten.
Sie hat dann brav bis in die Ecken gegelt, wobei die Gelphase in der Mitte deutlich stärker war, als am Rand und ich einen Gelkern befürchtet hab.

Generell war ich ein wenig in Sorge.
Denn im Divi liegt unten immer ein glatter Silikoneinleger drin (statt der Frischhaltefolie) und diesmal war da drauf auch die Spitzenmatte.
Gelphase und Silikon = sehr oft „Pockennarben“ – die zwar nur ein optischer Fehler sind, aber das hätte mich trotzdem massiv geärgert.
Und die zweite Sorge war, dass der doch recht zügig andickende Leim nicht ausreichend in das feine Muster der Spitzenmatte geronnen ist.

Aber nix davon ist eingetroffen.
Kein Gelkern, keine Pockennarben und auch das Muster ist schön abgebildet und das die Seife auf der Rückseite einer Hügellandschaft gleicht stört mich nicht wirklich.
Alles gut also.

Tatsächlich erfreut mich diese Seife wirklich sehr, denn sie schäumt schon schön cremig, hat eine tolle Farbe (cremiges Beige) und duuuuuuftet soooo gut nach einer Duftmischung einer lieben Freundin, die sie mir geschenkt hat – Limette-Ingwer von Dandelion.

Das Rezept ist angelehnt ans 25er:
je 25% Bio-Arganöl, Kokosöl und Reiskeimöl, je 10% Shea aus Wildsammlung und Kakaobutter und 5% Rizinusöl.
Außerdem sind noch drin 2g Tussahseide und 1 TL Salz.
Duft:
Wie schon erwähnt Dandelions Limette-Ingwer, das herrlich frisch und leicht herb duftet.

Olivenöl und Mischverseifung …

 

… das ist es, was so einige Seifensieder im Moment umtreibt. Vorzugsweise in Kombination.
Gestern wollte ich den ganzen Tag eine Seife machen.
Kleopatra ist der Arbeitstitel, denn rein soll Eselsmilch und auf jeden Fall Arganöl.
Aber ich konnte mich nicht aufraffen.
Statt dessen hab ich so rumgewurschtelt und unter anderem Pechsalbe mit Ringelblumenöl gemacht.
Seit Tagen schon geistern speziell auf FB, aber auch im Seifentreff sehr hochprozentige Olivenölseifen, mit wenn überhaupt nur sehr wenig Schaumfett und NaOH/KOH Mischverseifung herum.
Als ich dann zu ziemlich später Stunde Mojas Urlaubsseife auf FB gesehen hab, war die Trägheit verschwunden.
Ich hab mich von der Couch gewuchtet und hab mich in die Seifenküche begeben.
Fenster und Türen geschlossen, schließlich sind nicht alle Menschen (und mein Mann schon gar nicht) solche Nachtvögel wie ich und ich wollte niemanden in seinem wohlverdienten Schlaf stören und hab losgelegt.
Ist ja schließlich ein schnelles Seiflein, so eine Schlichte.
Und Schlicht sollte sie werden und wurde sie auch.

Dies schlichten Seifen sind im Moment meine absoluten Favoriten. Bunt wird auch wieder kommen, aber momentan ist mir nach einfach und minimalistisch.

Jedenfalls bin ich richtig begeistert, von dieser Seife.
Sehr hochprozentige Olivenölseife mach ich ja wirklich oft und auch in Schlicht.
Das schöne an diesen Seifen ist die traumhafte, glatt-seidig-samtige Haptik.
Reine Olivenölseifen mach ich immer wieder mal, aber der steh ich, wegen der Schleimerei, echt zwiegespalten gegenüber.
Auch mischverseifte Seifen hab ich in der letzten Zeit so einige gemacht.
Aber ein 90%ige Olive mit nur 10% Schaumfett hab ich noch nie gemacht und demzufolge auch noch nicht mischverseift.

Natürlich hab ich die Gelphase angeschoben und konnte die Form nach etwa 1 Stunde, komplett durchgegelt, aus der Wärme nehmen.
Eigentlich wollte ich auch noch aufbleiben, bis sie soweit abgekühlt war, damit ich noch schneiden konnte, aber das hab ich dann doch nicht mehr ausgehalten und bin ins Bett.

Na jedenfalls, heut in der Früh war sie bereit zu schneiden und zu stempeln und gerade hat sie ihr Fotoshooting hinter sich gebracht und naaatüüüürlich pfeif auch den Anwaschtest bestehen.
Und das hat sie.
Seht selbst:

Schäumt die nicht schon absolut traumhaft, für eine so hochprozentige Olivenölseife und man darf ja auch ihr Alter nicht vergessen.
Sie ist ja noch keine 24 Stunden alt.

Rezept: 90% griechisches „heiliges“ Olivenöl, 10% Kokos und einen Schuss (nicht berechnetes) Rizinusöl.
Dazu ein TL Salz und ein TL Maisstärke.
Die Laugenflüssigkeit hab ich auf 22% reduziert.
Verseift ist die Gute mit 90% NaOH und 10% KOH.
Duft: keiner

BITTE, ICH MÖCHT NOCHMAL HERVORRHEBEN, DASS DIESES REZEPT , BZW. DIE IDEE DAZU, NICHT AUF MEINEM MIST GEWACHSEN IST!
Nichts liegt mir ferner, als mich mit fremden Federn zu schmücken.

Bienenwachstücher und weniger (Plastik-)Müll produzieren …

… kein Müll mehr, oder zumindest weniger Müll?
Geht das heutzutage, wo doch alles und noch mehr in Plastik verpackt ist?

Wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzt wird einem erst bewusst, wieviel Müll (bei müllfrei leben, gehts in erster Linie um die vollkommene Vermeidung von jedem Müll, den man nicht recyceln kann – also Plastikmüll) wir produzieren.

Wir haben immer schon darauf geachtet (mehr oder weniger), Müll zu trennen, bzw. plastikintensiv verpackte Dinge zu vermeiden, aber wie schon geschrieben, es gibt ja kaum einen Weg daran vorbei.
Oder doch?

Vor über einem Jahr – unser Haushalt war da schon auf einen Zweipersonenhaushalt zusammengeschrumpft, nachdem auch das zweite Kind ausgezogen war – hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis.
Nach dem Einkaufen hab ich all unser Zeugs ausgeräumt und verstaut.
Dabei hab ich alles was in den Taschen war aus seiner Verpackung gerissen und die Verpackunen NICHT gleich in den Mistkübel gestopft, sondern auf die Abwasch geschmissen.
Als ich fertig war, stand ich fassungslos vor einem riesigen Berg Plastikmüll.
Soviel Plastik, für nur zwei Personen?!

Jetzt könnte man – vollkommen zurecht – sagen: „ja wo hast du denn die letzten Jahre gelebt?“.
Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich gar nie wirklich darüber nachgedacht hab.
Also schon, aber ich hab mir zumindest nicht wirklich den Kopf zerbrochen wie wir das stark einschränken, oder gar ganz vermeiden könnten.
Es war halt einfach so.
Ok, wir haben unser Gemüse schon immer vorrangig beim Gärtner eingekauft (und im Plastiksackerl nach Hause getragen), ich mach schon lange unsere Seifen selbst und auch Putzmittel, oder unsere Pflegeartikel.
Ich hab auch immer eine Einkaufstasche (oder fast immer) mit gehabt, beim einkaufen.
Aber beim Gemüse auch immer zu den Plastiksackerln in der Gemüse/Obstabteilung gegriffen.
Ja, ich hab diese Sackerln immer wieder verwendet, aber ich hab sie eingekauft/mitgenommen.
Was red ich lang, ich denke ihr kennt das alle?

Das sollte sich ab nun ändern.

Ich kaufe viel bewusster ein und versuche Plastik wirklich zu vermeiden.
Greife immer zu den unverpackten, oder in Papier, bzw. Glas eingepackten Dinge, wenn ich die Wahl hab.
Leider sind die paar Unverpackt-Geschäfte in Wien, nicht wirklich in realistischer Einkaufsnähe, aber hin und wieder geh ich doch hin – einfach weils auch schön ist.
Das Einkaufen dort ist viel entspannter und ursprünglicher, als in großen Supermärkten.
Als nächstes möcht ich mal in die „Warenhandlung Wenighofer & Wanits“ schauen.

Duschgel und Co gibts bei uns sowieso schon sehr lange nicht mehr.
Von Deo über Zahnpasta bis Gesichtspflege mach ich alles selbst.
Putzmittel detto und beim Waschmittel, bzw. Geschirrspülreinger kauf ich die ökologischen Varianten, mit recycelbarer Verpackung.
Bei dekorativer Kosmetik kauf ich (mit Ausnahme von Wimperntusche, denn da hab ich noch keine befriedigende Variante gefunden) nur noch Naturkosmetik, in nachhaltiger Verpackung.
Wimperntusche, Geschichtspuder, Kajalstift und ein bis zwei Lidschatten reichen mir schon.
Meine Abschminkpads hab ich mir selbst gehäkelt – das macht Spaß und schaut noch supersüß aus.
Zum Gesichtwaschen verwende ich kleingeschnittene Handtücher, die Mikorfasertücher, die ich sehr geliebt hab, hab ich aussortiert – geben sie doch jedes Mal beim Waschen Mikroplastikfasern ins Abwasser ab.

Geputzt wird Bad und Klo mit einer Essiglösung mit einem Schuss Tensid drin.

In der Küche gibts keine Putzschwämme (die eh immer eklig waren)  mehr – eine dicke Scheibe von meiner großen Luffagurke, hat ihren Platz eingenommen, genauso wie eine Spülbürste aus Holz, mit austauschbarem Kopf.
Die Küchenrolle steht nicht mehr herum, statt dessen steht an ihrem Platz ein großes Glas mit zusammengeschnittenen alten T-Shirts, die auch gleich als Spültuch zum Einsatz kommen.
Diese Gläser finden sich auch im Badezimmer, im Klo und in der Seifenküche wieder.

Geputzt wird in der Küche mit Schmierseife, oder Putzseife (auch das Geschirr wird damit abgewaschen, wenns nicht im Spüli landet).

Plastikflaschen kaufen wir nicht mehr, bzw. nur noch gaaaaaaanz selten (ab und zu ist so ein Gin Tonic halt schon was Feines), haben wir nie viel gekauft.
Und für unterwegs haben wir schon sehr, sehr lange Edelstahltrinkflaschen, die noch immer wunderbar halten.
Sodastream macht uns manchmal die Perln ins hervorragende Wiener Trinkwasser.
Orangensaft press ich selbst aus, schmeckt eh viel, viel besser.
Manche Sachen schmecken besser mit Strohröhrl.
Plastikstrohröhrln sind aber eins der unnötigsten Dinge, sie wurden durch Edelstahl-, bzw. Glasröhrln ersetzt, die man mit der mitgelieferten Bürste auch innen gut reinigen kann.

Alufolie haben wir schon seit einigen Jahren nicht mehr und Frischhaltefolie gibts jetzt auch schon länger nicht mehr.
Deren Platz haben meine selbstgemachten Bienenwachstücher eingenommen.
Ja, hier sind sie endlich, die Hautdarsteller dieses Blog-Posts!
Vor ein oder zwei Jahren schon, bin ich über diese Tücher gestolpert.
Zum kaufen von einer amerikanischen Firma.
Der Selbermacher in mir hat sofort geschrieen und ich hab ein altes Baumwollbettzeug zerlegt und mit Bienenwachs getränkt und … ICH WAR BEGEISTERT!
Und nicht nur ich, auch alle Freunde und Familienmitglieder, die auch Tücher abbekommen haben, ebenfalls.
Jausenbrote, Käse, Speck, Gemüse, BROT … alles hält viel länger frisch in diesen Tüchern.
Bienenwachs hat antimykotische und desinfizierende Wirkung, sodass es vollkommen reicht, das Tuch kalt, ev. mit ein wenig milder Seife abzuwaschen.
Direkt nach dem Trocknen ist es wieder einsatzbereit.
Man kann darin alles einwickeln, mit Ausnahme von rohem Fleisch.

Ich hab schon einige Chargen von diesen Tüchern gemacht.
Die erste nur mit Bienenwachs – gerieben und dann eingebügelt.
Die zweite Charge war dann schon mit etwas (zuviel) Jojobaöl, dadurch werden die Tücher geschmeidiger und auch klebriger und halten richtig gut auf Gläsern, Schüsseln oder Töpfen.
Die letzte Charge, die ich gemacht hab, war dann noch mit ein wenig Lärchenharz, das ich im Jojobaöl gelöst hab, Lärchenharz macht die Tücher noch geschmeidiger und klebriger und es hat auch noch desinfizierende und reinigende Wirkung und zusammen mit dem Bienenwachst riecht es einfach herrlich.
Von der letzten Charge hab ich ein paar Bilder gemacht, die ich euch gern  zeigen möchte.

Diesmal wurden alte Baumwollhemden und Blusen, die definitiv ausgedient hatten, in unterschiedlich große Stücke zerschnitten:

In der Zwischenzeit schmilzt das Bienenwachs, das ich einer befreundeten Imkerin zu verdanken habe (ist Bruchwachs, ich nehme also den Bienchen nix weg) in der ausschließlich dafür verwendeten Auflaufform im Backrohr:

zu dem geschmolzenen Wachs kommen etwa 3% (gemessen an der Wachsmenge) von dem Jojoba-Harzgemisch und dann werden die Tücher nach und nach in das heiße Wachs getunkt.
Vorsicht, das gibt heiße Fingerspitzen.
Jetzt ist natürlich viel zu viel Wachs auf den getunkten Tüchern, sodass ich immer ein getunktes und ein nacktes Tuch auf Backpapier schichte.

Dieser Stapel kommt wieder bei 100 Grad ins Backrohr und wird auch ab und zu ein wenig umgeschichtet, damit der Wachsüberschuss nach und nach die nackten Tücher durchdringt.

Das dauert ein bissl, aber es lohnt sich definitiv.
Nicht nur, dass man der Umwelt einiges erspart, man spart auch Geld und die Tücher funktionieren viel besser als Alufolie und Co.
Und hübsch verpackt hat man auch noch nette Geschenke für liebe Menschen.

Durch die Handwärme kann man die Tücher richtig schön um die Sachen, die man abdecken, oder einpacken möchte, wickeln und festdrücken und sie bleiben auch dann genau so, bis man sie wieder löst.

Ich hab mir auch ein paar Baumwollbeutel (zum Teil aus altem Stoff von der lieben Hanna von Luftkuss  genäht) eingewachst, die für unser Brot ein wunderbares Zuhause abgeben.

Auch als Brotkörberl kann man die Wachsbeutel verwenden:

Ja, diese Tücher/Beutel habens mir angetan und ich freu mich wirklich jedes Mal, wenn ich sie verwenden kann.
Wenn sie, nach oftmaliger Benutzung, nicht mehr so frisch ausschauen, kann man sie sehr gut wieder bei 100 Grad im Backofen erwärmen, dadurch schmilzt das Wachs wieder und die Tücher werden wieder faltenfrei.
Bügeln (zwischen Backpapier) ist natürlich auch eine Möglichkeit.
Überhaupt gibts einige verschiedene Herstellungsmethoden, da müsst ihr nur mal auf YT schauen. Mir ist die gezeigte die Liebste.

Um nochmal auf Plastikfrei leben zurückzukommen …
Soweit sind wir noch lange nicht und ganz gelingen wird es uns vermutlich auch nicht, ist doch Plastik in fast allen Lebensbereichen zu finden, aber wir haben unseren Müll deutlich reduziert und bleiben am Ball.
Es macht Spaß nach Alternativen zu suchen und sie zu finden und es gibt mir ein wirklich gutes Gefühl diese Alternativen dann zu verwenden und festzustellen, dass mir überhaupt nix fehlt.
Ganz im Gegenteil.

So, für heute reichts.
Tapfer wart ihr, wenn ihr bis hierher durchgehalten habt.
Ich wünsche euch eine schöne Woche, genießt noch den Sommer, solang er noch da ist.

Frühstück bei Tiffany …

… ein schöner, alter Film mit der schönen Audrey Hepburn.
Ich mag alte Filme sehr.

Und als ich mich kürzlich ans Sieden gemacht hab, das Rezept überlegt hab und die Optik, da war mir klar, ich möchte eine „Frühstück bei Tiffany“-Seife sieden.
Denn mein Arganöl hat nach Verarbeitung geschriehen.
Arganöl = Luxusseife
Luxus = Frühstück bei Tiffany

Der Duft war schnell gefunden, denn ich hatte, dank einer lieben Freundin Eucalyptus & Spearmint von NG daheim.
Das passt nicht, werdet ihr euch vielleicht sagen.
Aber das passt sogar ganz hervorragend.
Dieses PÖ riecht gar nicht wirklich nach den Namensspendern.
Es riecht allerdings ganz zart und seidig und kühl und sauber und unnahbar … irgendwie nach Holly Golightly.

Das Produkt dieser Überlegungen seht ihr hier:

Das Topping glänzt und funkelt wie Weißgold und Diamanten.
In der Seife versteckt sich ein „kleines Schwarzes“ gefertigt aus Seide, Arganöl, Bio-Kokosöl, Reiskeim, Kakaobutter und Riziusöl.

Rezept ist das Buttrig Zart in der der dekadenten Ausführung (Argan statt Olive) – allerdings mischverseift (90 NaOH :10 KOH).
Duft: Eucalyptus & Spearmint (ein neuer Lieblingsduft von mir).

Schamlos …

… geklaut … ähm, inspirieren lassen.
Vor einiger Zeit hab ich auf Pinterest die Seife einer asiatischen Siederin gesehen, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging.
Das Problem – sie hat eine zugeschnittene Spitzenmatte verwendet, die ich einfach nicht finden konnte.
Eine Siederkollegin hat mir aus der Patsche geholfen.
Bei ihr hab ich die Matte ebenfalls gesehen und sie kurzerhand gefragt, wo sie die denn her hat.
Welch ein Wunder, bei AliExpress bekommt man sie (wie so gut wie alles, nur das Finden ist ein Problem).
Ich hab sie bestellt und nach „geduldiger“ Wartezeit, ist sie nun bei mir eingetrudelt.
Das Zurechtschneiden (ausschneiden des Musters) war einfach als befürchtet, da die Matte an sich recht dünn ist und mit einer Nagelschere ging das echt gut.
Gestern hab ich mich dann ans Werk gemacht und mein Seifchen gesiedet.

Rezept: je 25% Kokos-, Palm-, Distelöl, 21% Sonnenblumenöl und 4% Rizinus.
Lauge: wieder 90:10 (NaOH:KOH) mischverseift mit gesättigter Sole angerührt.
Duft: Dolce & Gabbana von Big Tree Supplies
Der gesamte Leim ist leicht grün eingefärbt und ein klitzekleiner Teil hat viel Mica abbekommen, für die Matte.
Das ganze ist ein wenig eine Patzerei und es ist mir nicht gelungen, ganz sauber zu arbeiten, aber ich bin echt zufrieden.

So zufrieden, dass kaum, dass die Seife aus der Form war, ich noch eine machen musste.
Rosa sollte sie werden.
Rosa ist sie geworden.
Ein wenig ZU rosa, für meine Begriffe, aber was solls.

Rezept: 70% Sonnenblumenöl ho, 22% Kokosöl und je 4% Shea und Rizinus
Lauge: 90:10 Mischverseifung mit gesättigter Sole
Duft: Heather von GF

Hier nochmal beide Seifen gemeinsam:

Und vergangenes Wochenende waren wir wieder in der Steiermark, am Bauernhof.
Wo wir so oft sind und wo wir so gerne sind.
„Futter für die Seele“ hats meine Schwiegertochter Julia auf den Punkt gebracht.
Es ist so friedlich da, so grün, so saftig, so ruhig, so wohlduftend, so bunt, so … schön!

Heuer haben Julia und ich keine Schwammerl gesucht, das haben wir den Andern überlassen.
Wir waren auf Kräutersuche für mein neues Baby.
Eine Destille darf ich seit zwei Wochen mein Eigen nennen.
Gesammelt haben wir Schafgarbe, Kamille und Mädesüß.
Gerti  hat noch Rosenblüten aus ihrem wunderschönen Bauerngarten spendiert (die sie eigenhändig um 5 in der Früh für uns gepflückt hat) und Hans hat mir einen Wasserkreislauf gebaut, sodass das Destillieren sehr entspannt von Statten gegangen ist.


(dieses Foto hat mir Julia lieberweise zur Verfügung gestellt)